Moritz Frank
Lewerentzstraße 21

Stolperstein-Geschichten in Krefeld

Moritz Frank wurde zur Zwangsarbeit gezwungen

Moritz Frank wurde 1880 in Krefeld geboren. Die jüdische Familie Frank war in der Stadt weit verzweigt. Sie war seit mehreren Generationen in Krefeld ansässig und hatte einige bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht. Moritz Frank war Kaufmann – wie viele Franks. Er war Mitinhaber der Firma Hertzmann und Frank an der Neusser Straße. Die Familie wohnte in dem Haus Malmedystr. 21, heute das Eckhaus Gerberstr. /Lewerentzstraße. 

Moritz Frank heiratete Klara Risse, die nicht jüdisch war. Sie lebten in einer religiös gemischten Ehe, was von keiner Religionsgemeinschaft gut geheißen wurde. Das Ehepaar Frank bekam noch vor dem Ersten Weltkrieg drei Kinder. Im April 1933, kam, mit fast schon einer Generation Abstand, die Tochter Ruth zur Welt. Die kleine Ruth musste mit dem Umstand leben, praktisch fünf Eltern zu haben. 

Während des Ersten Weltkrieges war Moritz Frank Soldat gewesen und verwundet worden. Auf die Kriegsteilnahme und die entsprechende Auszeichnung bezog er sich auch, als Nationalsozialisten sein Geschäft während des Novemberpogroms 1938verwüsteten. Die Seidenhandlung hatte sich bereits von der Neusser Straße in das Wohnhaus an der Gerberstraße verlagern müssen. In seiner Hilflosigkeit bot er den Randalierern seine Waren sogar an – er konnte die Zerstörungswut nicht ertragen. Die Kinder Kurt, Herbert und Edith Frank emigrierten im Dezember 1938 nach Ostafrika. Die Eltern und Ruth blieben zurück. 

Durch die sogenannte Mischehe war Moritz Frank vorläufig vor einer Deportation geschützt. Weder dies, noch sein Status als Weltkriegsteilnehmer, konnten ihn allerdings vor der Heranziehung zur Zwangsarbeit bewahren.  Nach einem Sturm im Winter 1941 wurde eine sogenannte Judenkolonne zum Aufräumen im Forstwald bestimmt. Für diese körperliche Anstrengung war der 61jährige nicht mehr fit genug. Nach dem er die Zwangsarbeit von März bis August 1941 durchgehalten hatte, war er so krank, dass er entlassen werden musste. Moritz Frank starb im August 1942 in Krefeld.

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