Albert Behr
Ostwall 147

Stolperstein-Geschichten in Krefeld

Das Schicksal von Albert Behr

Albert Behr wurde am 06.01.1915 in Leipzig als Sohn des Expedienten Gustav Behr in Mockau bei Leipzig geboren. Nach dem Tod der Mutter ging Albert nach Krefeld, wo er bei seinen Großeltern wohnte. Der Vater starb 1924. Zu Ostern 1925 wurde Albert Behr in die Klasse VI b des Fichte-Gymnasiums aufgenommen. Im Juli 1932 zog er in das Haus Ostwall 147. Nachdem er die Reifeprüfung bestanden hatte, ging Albert Behr wieder nach Leipzig, wo er in die Eisengießerei eines Vetters eintrat. Dort wollte er das Gießereifach, Autoschlosserei und das Schlosserhandwerk erlernen, um später Ingenieur zu werden.

In Leipzig wurde er Mitglied der Jüdischen Gemeinde, aus der er jedoch 1937 wieder austrat. Eine Zeit lang war er im Polizeigefängnis Leipzig inhaftiert. Nach Kriegsausbruch musste er Zwangsarbeit leisten und wohnte in einem „Judenhaus“, Packhofstraße 1. Im Januar 1942 sollte Albert Behr deportiert werden. Er wurde jedoch von der Transportliste gestrichen. Gleiches geschah beim Transport, der am 13.07.1942 von Leipzig nach Auschwitz auf den Weg gebracht wurde. Letztlich wurde Albert Behr dann am 10.02.1943 von Leipzig nach Theresienstadt deportiert; weiter dann am 26.02.1943 mit dem 30. Osttransport nach Auschwitz, wo der ermordet wurde.

„In den letzten Jahren trat nun öfter die Frage der Berufswahl an mich heran, doch wußte ich mich noch nicht zu entscheiden, obwohl ich eine Vorliebe für einen technischen Beruf hatte. Dann kam in diesem Jahre der Umschwung, und war es vorher schon schwer gewesen, eine geeignete Stelle zu erhalten, so mußte es jetzt mir als Nichtarier fast unmöglich erscheinen, den gewünschten Beruf zu ergreifen. Da wurde mir dann in diesem Jahre das Angebot gemacht, in die Eisengießerei meines Vetters in Leipzig einzutreten, um einige Jahre praktisch zu arbeiten. Ich nahm mit großer Freude an, da ich den Betrieb kenne und mir der Beruf gefällt. Ich werde dort das Gießereifach, Autoschlosserei und das Schlosserhandwerk erlernen. Zur Vervollkommnung meiner theoretischen Kenntnisse werde ich Abendkurse an der höheren Maschinenbauschule mitmachen. Ich werde dann wohl endgültig die Ingenieurlaufbahn einschlagen.“ Bemerkenswert am Ende: „Ich bitte, mein Religionsbekenntnis auf dem Zeugnis nicht zu vermerken.“ (Sonst lassen das alle üblicherweise angeben!)

Albert Behr schrieb am 1.12.1933 in einer handschriftlich verfassten Meldung zur Reifeprüfung:

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