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SUMMARY:Stolpersteinverlegung
DESCRIPTION:Am Montag den 9. Dezember werden ein weiteres Mal in Krefeld St
 olpersteine für Opfer des NS-Regimes verlegt.\n\nStartpunkt ist um 11:00 
 Uhr an der Roßstraße 243 beim Ehepaar Josef und Hedwig Mahler. Anschlie
 ßend geht es zur Dreikönigenstraße 77\, wo bereits ein Stein für Gertr
 ud Bell liegt und weitere für Waclaw Ryszka und Käthe Thönnissen verleg
 t werden. Schlusspunkt ist die Friedrich-Ebert-Straße 240 mit einem Stein
  für Johann Bruster.\n\nRoßstraße 243:\nJosef und Hedwig Mahler wurden 
 als jüdisch verfolgt und waren im kommunistischen Widerstand. Sie wandert
 en 1938 in die Niederlande aus\, wo sie eine Druckerei betrieben\, die sch
 einbar auch KPD-Material herstellte. Sie blieben dort auch mit der vorehel
 ichen Tochter Hedwigs in Kontakt\, die in Köln bei ihrem Ehemann lebte. I
 hnen wurde u.a. auch vorgeworfen\, über diese Verbindung andere Widerstan
 dskämpfern nach Köln zu schleusen. Beide wurden zeitweise von den Nieder
 landen nach Belgien ausgewiesen. 1941 wurden sie unter deutscher Besatzung
  im Lager Westerbork inhaftiert\, von wo aus Josef 1943 nach Deutschland a
 bgeschoben wurde. Er wurde im Düsseldorfer Gefängnis gefoltert\, um Info
 rmationen für einen Schauprozess in Berlin zu erlangen. Nachdem dies sche
 iterte\, starb Josef Mahler am 01.09.1943 im Gefängnis – angeblich an e
 inem „Herzanfall“. Seine Hedwig Mahler wurde von Westerbork in das Kon
 zentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert\, wo sie am 17.09.
 1943 ermordet wurde.\nDie Steine wurden von der Humanitao-Stiftung gespend
 et\, welche die Verlegung gemeinsam mit einer Gruppe des Gymnasium Horkesg
 ath inhaltlich mitbetreuen wird.\n\nDreikönigenstraße 77:\nHier wohnten 
 die deutschen Frauen Gertrud Bell und Käthe Thönnissen. 1941 kam auch de
 r polnische Zwangsarbeiter Waclaw Ryszka hinzu\, mit dem sie sich anfreund
 eten. Sie gingen verbotenerweise mit ihm aus\, Gertrud Bell fing wohl auch
  eine Beziehung zu ihm an. Sie wurden von ihren Hausnachbarn bei der Gesta
 po denunziert\, da privater Kontakt zu polnischen Menschen verboten war. P
 olen\, denen Geschlechtsverkehr mit deutschen Frauen vorgeworfen wurde\, s
 ollten nach NS-Richtlinien "sonderbehandelt"\, das heißt hingerichtet\, w
 erden. Ryszka wurde am 14.01.1942 im Hülser Bruch öffentlich exekutiert.
  Die beiden Frauen wurden in das KZ Ravensbrück und weiter in das Konzent
 rations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Gertrud Bell
  starb dort am 02.02.1943\, Käthe Thönnissen kam erst im August 1944 wie
 der nach Ravensbrück\, wo sie am 10.02.1945 entlassen wurde. Sie lebte da
 nach in Krefeld und sagte 1968 in einem Mordprozess gegen den NS-Beamten B
 ernhard Baatz aus\, der für die Tötungen der polnischen Zwangsarbeiter h
 auptverantwortlich war.\nDie Steine wurden von Privatpersonen und einer uk
 rainischen Lerngruppe in der Freien Evangelischen Gemeinde gespendet\, die
  ebenfalls die inhaltliche Begleitung übernehmen werden.\n\nFriedrich-Ebe
 rt-Straße 240:\nJohann „Hans“ Bruster war ein Arbeiter\, dem 1937/38 
 innerhalb von 12 Monaten fünf Mal Verstöße gegen das "Heimtückegesetz"
  vorgeworfen wurden. Dieses Gesetz verbot das Verächtlichmachen und Belei
 digen der NSDAP\, ihrer Funktionäre und Symbole\, usw.\nEr wurde im Janua
 r 1938 nach drei dementsprechenden Vorfällen zu 6 Wochen Gefängnis verur
 teilt. Als er im August 1938 erneut verhaftet wurde\, stellte ein Sonderge
 richt in Düsseldorf das Verfahren ein\, das Amtsgericht Krefeld verurteil
 te ihn wegen "Groben Unfugs" zu erneuten 6 Wochen Gefängnis. Nun aber nah
 m ihn die Gestapo in "Schutzhaft" und brachte ihn in das KZ Buchenwald\, w
 o er bis Dezember 1942 einsaß und schwere Arbeit verrichten musste. Er wu
 rde letztendlich im August 1943 von der Krefelder Gestapo entlassen\, weil
  er im Gegenzug zur Wehrmacht einberufen wurde. Bruster überlebte den Kri
 eg und erhielt aufgrund seiner bleibenden körperlichen Verletzungen und s
 einer finanziellen Notlage Entschädigungszahlungen. Johann Bruster starb 
 1978 in Krefeld.\nDer Stein wurde von einer Privatperson gespendet. Die in
 haltliche Begleitung wird ebenfalls von einer Krefelder Schule übernommen
 \, die Detailplanung hierzu ist zum Zeitpunkt der Pressemitteilung noch ni
 cht abgeschlossen.
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