NS-Dokumentationsstelle und NS-Gedenkstätte in Krefeld

Die Villa Merländer als Ausstellungsraum

Im Jahr 1989 hat die Stadt Krefeld die Villa Merländer gekauft, angemietet, um hier erstmals eine NS-Dokumentationsstätte und eine NS-Gedenkstätte in Krefeld einzurichten. Seitdem widmet sich die Villa Merländer der Aufklärung und Darstellung des Holocausts in der Seidenstadt. Seit der Eröffnung 1991 konnten diverse Geschichten von Opfern des Nationalsozialismus in Krefeld durch Gespräche mit Zeitzeugen und Recherchearbeit dokumentiert werden. Ein Zeugnis dieser Dokumentation finden Sie heute im Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße. Die deutsch-jüdische Geschichte wird hier nachspürbar. Dauerhaft sind die Ausstellungen „Krefeld im Nationalsozialismus“ und die Installation „Luftschutzkeller“ hier platziert. Das ehemalige Wohnzimmer der Villa dient als Veranstaltungsraum. Hier finden Lesungen, Vorträge, Filmvorführungen und kleine Konzerte statt. 
Noch immer ist die NS-Dokumentationsstätte außerdem Anlaufpunkt für Familien, die in irgendeiner Art und Weise ihre Geschichte mit dem Nationalsozialismus in Krefeld verwoben sieht: Durch die Einsicht in unterschiedliche Unterlagen und Zeitzeugenberichte können wir dabei helfen, Familiengeschichten nachvollziehbar zu machen und aufzuklären. 

Die Villa Merländer als Ausstellung von Heinrich Campendonk

Auch die Kunst von Heinrich Campendonk galt im Nationalsozialimus als entartet. Geboren in Krefeld verzierte einige Jahre vorher Campendonk die Villa von Merländer mit zwei großen Wandgemälden. Aus Angst vor den Nationalsozialisten lies Merländer diese später uberpinseln. Bei den Renovierungsarbeiten der Villa sind die Wandbilder wieder zum Vorschein gekommen und können heute im Rahmen einer Ausstellung angeschaut werden. 

Die Villa Merländer als Bildungszentrum

Sowohl mit  Führungen als auch mit unterschiedlichen Veranstaltungen in unseren Räumlichkeiten und im gesamten Krefelder Stadtgebiet setzen wir uns als NS-Gedenke- und -Dokumentationsstätte gegen das Vergessen ein. Auf unserer Unterseite zum Thema Bildungsarbeit in der Villa Merländer erfahren Sie mehr über Veranstaltungen und Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit der Villa Merländer. 

Die Chronik der NS-Dokumentationsstelle

Villa Merländer in Zahlen

24.November 1991 - Eröffnung durch den damaligen Bürgermeister Willi Wahl

1991 bis 1994 - Jahre des Aufbaus: zwei feste Mitarbeiter werden eingestellt; Büro, Bibliothek, Sammlung, Seminarräume, Veranstaltungssaal und Ausstellungsräume werden hergerichtet; Praktikanten und Wissenschaftler unterstützen das Team; es entstehen eigene Ausstellungen und wechselnde Ausstellungen. 

1992 - Gründung des Fördervereins, dem Villa Merländer e.V.

1994 / 1995 - Eine überregionale Debatte überschattet die Arbeit: Der Rat beschließt, die Dokumentationsarbeit zu kürzen. Hilfskräfte werden entlassen, die Stellenschlüssel auf 1 1/2 Mitarbeiter runtergekürzt und die Mitarbeiter ziehen ins Stadtarchiv um. Die Villa Merländer bleibt als Ausstellungsstätte erhalten.

1995 - Die Forschungs- und Aufklärungsarbeit zum Nationalsozialismus in Krefeld wird fortgesetzt. 1995 eröffnet die Ausstellung "Krefeld 45" und thematisiert als Eigenproduktion das Kriegsende. 

1997 - Ehrung der Krefelderin und Villa Merländer-Freundin Anna Tervoort vom Staat Israel als "Gerechte unter den Völkern"

1998 - Zum Holocaust-Gedenktag besucht Michael Friedman, Mitglied des Zentralrates der Juden, Krefeld und eröffnet die Ausstellung "Auschwitz - Bilder einer Winterreise" von Ingrid Schupetta in der Villa Merländer.

04.1998 - Oberbürgermeister Pützhofen stellt die vom Restaurator Horst Hahn freigelegten Wandgemälde Heinrich Campendonks der Öffentlichkeit vor. Der Besucherandrang ist groß. 

1999 - Die Arbeit der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld wird fortgesetzt und ab dem Folgejahr durch ein Kuratorium unterstützt. Hier wirken 21 bekannte Krefelderinnen und Krefelder mit. Allerdings muss zwischenzeitlich das Angebot an Ausstellungen und Publikationen eingeschränkt werden, da der Verlust der pädagogischen Mitarbeiter nicht kompensiert werden kann. Bitte sehen Sie die folgenden Beiträge als Auszüge unserer Arbeit nach 1999:

2001 - Symposium zu Ehren Aurel Billsteins

2003 - Festakt und Veranstaltungsprogramm in Kooperation mit vielen anderen Kulturanbietern zwecks Erinnerung an die Einweihung der Synagoge am 17. Juni 1953 unter dem Motto "150 Jahre Synagoge Petersstraße"

2008 - Ausstellung "Pogrom in Krefeld - nach 70 Jahren"

2018 - Nach vielen prägenden Jahren verabschiedet sich Dr. Ingrid Schupetta als Leiterin der Villa Merländer. Ihre Nachfolgerin wird Historikerin Sandra Franz. 

Öffnungszeiten der Ausstellungen in der NS-Dokumentationsstätte:

Villa Merländer e.V.
Mittwochs
von 9:00 bis 12:00 Uhr

sowie jeden 4. Sonntag im Monat von 14.00 bis 17.00 Uhr

Gruppen nach Vereinbarung!
Menü schließen