Campendonk-Ausstellung in der Villa Merländer

Das Geheimnis der Verbindung von Merländer und Campendonk

Richard Merländer und Heinrich Campendonk lebten 1924 beide in Krefeld. Campendonk hatte nämlich nach seiner Zeit in Bayern von einem Mäzen ein Haus an der Nieper Straße 34 in Traar gebaut bekommen. Dort wohnte er mit seiner Frau Adelheid („Adda“) und den Kindern Gerda und Herbert praktisch mietfrei. Als freier Künstler verfügte Campendonk damals aber nicht über ausreichende Einnahmen, mit denen die sonstigen Bedürfnisse einer 4-köpfigen Familie erwirtschaftet werden konnten. Deswegen suchte der Maler nach einer geregelten Arbeit und Aufträgen, die im Bereich der angewandten Kunst lagen.

Heinrich Campendonk entwarf zum Beispiel Bühnenbilder, Porzellan für die königlich-preußische Porzellanmanufaktur und hielt Referate vor Textilindustriellen über den Einsatz von Farbe in der Mode.
Im Haus der Seidenindustrie, in der Nähe der Villa Merländer, fand eine ganze Vortragsserie statt. Dies ist eine der möglichen Gelegenheiten, bei denen sich Heinrich Campendonk und Richard Merländer hätten begegnen können.
Vielleicht war es aber auch der Architekt des Hauses, Friedrich Kühnen, der seinen Bekannten Heinrich Campendonk dem Bauherrn Richard Merländer empfahl. Mehrere Fotos, die Campendonk 1925 von den fertigen Arbeiten machte, schickte er an seine amerikanische Freundin Katherine S. Dreier. Die Originale mit den Aufschriften „Decke im Haus R. Merländer“, „Kartenzimmer, Krefeld 1925“ und „Smoking Room“ befinden sich im Nachlass Katherine S. Dreiers in der „Beinecke Rare Book and Manuskript Library“ an der Universität Yale in New Haven (Ct). Doch auch ihr hat er nicht geschrieben, wie er Richard Merländer kennenlernte.

In den späten 1920er Jahren ließ Richard Merländer die Bilder in seinem Spielzimmer überdecken. Der Raum wurde nun Wohnzimmer für das Personal. Die Bilder gerieten durch die vielfachen Eigentümerwechsel des Hauses in Vergessenheit – bis sie 1989 wiederentdeckt wurden. Damals wurde für eine Ausstellung zum 100. Geburtstag Campendonks ein Werkverzeichnis erstellt. Heute können die Werke von Campendonk im Rahmen der offenen Ausstellung in der Villa besichtigt werden. Auch zum Tag des offenen Denkmals öffnet die Villa Merländer regelmäßig ihre Türen.

Öffnungszeiten der Ausstellungen in der NS-Dokumentationsstätte:

Villa Merländer e.V.
Mittwochs
von 9:00 bis 12:00 Uhr

sowie jeden 4. Sonntag im Monat von 14.00 bis 17.00 Uhr

Gruppen nach Vereinbarung!