Alfred, Berta, Inge Lorant
Nach Izbica deportiert. An unbekanntem Ort verstorben.
Amalie, Edith, Ernst, Karl, Regine Schaffrath
Aus Uerdingen verfolgt und deportriert.
Johann Martin Winkels
Als Homosexueller im Konzentrationslager Dachau auf unbekannte Weise zu Tode gekommen.
Familie Karl Meyer
Als Juden aus ihrer Heimat vertrieben.
Richard Merländer
In Treblinka ermodet.

Stolpersteine in Krefeld

Ein Projekt des Villa Merländer Vereins und des Künstlers Gunter Demnig

Gegen das Vergessen. Auf Initiative des Künstlers Gunter Demnig werden bundesweit Stolpersteine verlegt, um an die Opfer des Holocaust zu erinnern. Immer stehen darauf die Worte „Hier wohnte“. Denn dort, wo die Erinnerung aufrecht erhalten wird, wird ein Mensch nicht vergessen. Gleichzeitig geben die Stolperstein die wichtigsten Lebensdaten und Schicksale wieder: Ein Stolperstein verrät, wann der Mensch geboren wurde, durch was er im Holocaust gelitten und wann er daran zu Tode gekommen ist.
Nicht nur jüdische Opfer des Holocausts werden mit den Stolpersteinen bedacht, genauso gedenken wir Roma und Sinti, Zeugen Jehovas, Homosexuellen, geistig- und körperlich Kranken und Menschen, die aufgrund ihrer politischen Einstellung verfolgt wurden.  

Der Villa Merländer-Verein beteiligt sich seit vielen Jahren an der Aktion des Künstlers und betreut nicht nur die Verlegung der Stolpersteine, sondern kümmert sich um die Finanzierung durch das Akquirieren von Spendengeldern, um Lobbyarbeit und um die Betreuung und Pflege der Steine.

Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.

zitiert Künstler Gunter Demnig den Talmund

Mehr als 140 Stolpersteine in Krefeld - Ein Herzensprojekt!

1995 in Köln begonnen, sind inzwischen auch mehr als 140 Messingtafeln als Stolpersteine in Krefeld verlegt worden. Der Weg dahin war nicht leicht, denn vor allem in den ersten Jahren hatte das Projekt mit großem Widerstand, vor allem von politischer Seite zu kämpfen. Den ersten Stolperstein initiierte 2003 die Rheinische Schule für Körperbehinderte Krefeld (Gerd-JansenSchule) im Rahmen eines Wettbewerbs der Bundeszentrale für Politische Bildung. Wenig später ergriff auch die Kurt Tucholsky-Gesamtschule die Initiative und setzte einen Stein. 

Im Jahr 2005 trug man die Beschlussfassung über Stolpersteine in Krefeld in die Ratssitzung: Dieser lehnte überraschend das Projekt ab. Die Stolpersteine entwickelten sich anschließend zu einer Herzensangelegenheit der Krefelder. Auf die Initiative der Überlebenden Dr. Ruth Frank und Ilse Kassel sowie Schülern plus Lehrer der Kurt-Tucholsky-Schule konnten 14.000 Unterschriften für eine Umsetzung des Projektes gesammelt werden. Der damalige Oberbürgermeister Gregor Kathstede erreichte einen Kompromiss: Wenn die Hauseigentümer sich nicht ausdrücklich gegen einen Stolperstein aussprachen und Verwandte der Opfer keine Einwände hätten, dürften ab jetzt Stolpersteine gelegt werden. Seither betreut der Villa Merländer-Verein, vorne ran Vorstandsmitglied Sibylle Kühne-Franken, die Verlegung und Koordination der Stolpersteine in Krefeld und sorgt für die Aufarbeitung der individuellen Schicksale des Holocausts. 

Helfen Sie mit! Werden Sie Stolpersteinpate!

Schon mit 120 Euro können Sie einen Stolperstein in Krefeld finanzieren und damit dafür sorgen, dass ein Schicksal unvergessen bleibt. Wir unterstützen Privatpersonen, Schulklassen, Nachbarschaftsgemeinschaften und Unternehmen dabei, ihren eigenen Stolperstein in Krefeld zu platzieren. Unsere Liste von möglichen Steinen ist lang: In Krefeld sind noch lange nicht alle wichtigen Häuser, die von Verfolgten bewohnt waren, mit Stolpersteinen markiert. In einigen Häusern wohnten große Familien, die auf verschiedene Weise Opfer des Nationalsozialismus wurden. Besonders dort fehlen noch Spenderinnen und Spender für Stolpersteine.

Wir kümmern uns um das gesamte Prozedere, um die Genehmigungsverfahren, um die Abstimmung von Terminen mit den Künstlern und um eine feierliche Verlegung des Steines. Bitte sprechen Sie uns an, füllen unser Kontaktformular aus oder schreiben uns eine E-Mail.

Sie möchten sich an der Verlegung der nächsten Stolpersteine in Krefeld beteiligen? Wir freuen uns über Direktspenden unter dem Stichwort „Stolpersteine“ an:

Villa Merländer e. V.
IBAN DE76 3205 0000 0000 3438 0

Friedrich-Josef Wihl
Wurde als einer der ersten Juden aus Krefeld deportiert und vergast.
Alfred Goldstein
An Heiligabend im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Krankheit gestorben.
Hermann und Elisabeth Herz
Ermordet in den Vernichtungslagern Belzec oder Sobibor.
Hermann und Jeanette Goldschmidt
In hohem Alter heimatlos geworden.
Rudolf und Sophie Müller
Opfer des Novemberprogrom 1938. Bei der Deportation gestorben.

Gegen das Vergessen: Die Stolperstein-Geschichten

Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen!

Sie möchten mehr Informationen über das Stolperstein-Projekt oder individuelle Geschichten erfragen? Sie haben Interesse zu spenden? Bitte melden Sie sich bei uns, wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen zurück.

Villa Merländer e.V.
Friedrich-Ebert-Straße 42
47799 Krefeld
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