Dysfunktionaler Antifaschismus: Warum der „Kampf gegen rechts“ nach hinten los geht
Der „Kampf gegen rechts“ kann als gescheitert gelten. Trotz enormen Engagements und Ressoureneinsatz erfahren Rechtsaußenakteure zunehmend eine Normalisierung. Oder vielleicht gerade deswegen? Immerhin lässt sich der Rechtsruck nur vor dem Hintergrund von Konfliktdynamiken verstehen, von denen der Antifaschismus ein Teil ist. Auch das linke Lager wirkt an Polarisierungsprozessen mit, trägt seinen Teil zu den politischen Verschiebungen bei. Rechte Raumgewinne sind stets auch linke Raumverluste. Wie diese zustande kommen und sich in rechtsextreme Erfolge übersetzen, davon handelt der Vortrag. Erläutert wird, warum der aktuelle Antifaschismus dysfunktional ist und co-polarisierend wirkt – und wie das linke Lager Abstoßungseffekte vor allem jenseits bildungsbürgerlicher Milieus erzeugt. Im Mittelpunkt stehen dabei die falschen Annahmen und soziokulturellen Differenzen, die den Umgang mit der AfD und ihren Wählern prägen. Die Folge davon sind strategische Irrwege und ein klassenförmiger Kulturkampf, der vor allem die Arbeiter in die Blauzone drängt.
Holger Marcks ist Radikalisierungs- und Polarisierungsforscher. E ist Co-Autor von „Digitaler Faschismus. Die sozialen Medien als Motor des Rechtsextremismus“ (Dudenverlag, 2020) und arbeitet länger schon zum Umgang mit dem Rechtsextremismus und seinen Wirkungen.
Die Veranstaltung findet in der Reihe zu Extremismusphänomenen des Villa Merländer e.V. statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, um Voranmeldung unter ns-doku@krefeld.de wird gebeten.
Veranstaltungsort ist die Mon*a Ausprobierbar, Südstraße 28
Der Förderverein Villa Merländer e.V. freut sich über Spenden zugunsten der Bildungsarbeit.
