Öffnungszeiten während der Sommerferien: Montag bis Mittwoch, Freitag: 10 bis 16 Uhr; Donnerstag: 10 bis 17.30 Uhr; Wochenende: 4. Sonntag im Monat (26.7. und 23.8.) 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung

Karl Meyer (*1888) und Martha Meyer (*1897) geb. Meyer zogen 1927 in das Haus an der Friedrich-Ebert-Straße 23. Von den Balkonen der Gartenseite hatte man den Blick auf die Rückfront des Gymnasiums am Moltkeplatz. Karl Meyer arbeite als Vertreter für Schuhe. Da er selbst nicht Auto fahren konnte, gab es dafür einen Fahrer, Hans Aretz. Die Familien waren miteinander befreundet und machten auch gemeinsame Ausflüge mit dem Fahrrad.
Das Ehepaar Meyer hatte zwei Töchter, Ruth (*1921) und Ilse (*1924). Ruth ging zum Städtischen Lyzeum für Mädchen, heute das Ricarda-Huch-Gymnasium. Sie musste die Schule 1938 als Jüdin verlassen. Im November 1938 wurde das Haus der Familie im Pogrom massiv zerstört, die Familie konnte versteckt den Angriffen entkommen, Ruth und Ilse waren bei Familie Aretz. Ruth berichtete in ihrem Tagebuch ausführlich von den Zerstörungen, die sie am 10. November in ihrem Haus entdeckte. Damals beschloss sie, Deutschland zu verlassen und meldete sich als landwirtschaftliche Arbeiterin in England. Das war einer der wenigen Möglichkeiten, eine Einreiseerlaubnis nach Großbritannien zu bekommen. Weil sie dazu 18 Jahre sein musste, „korrigierte“ sie eigenhändig ihren Pass – und kam damit durch.
In England konzentrierte sie sich darauf, ihre Eltern und Ilse nachkommen zu lassen. Tatsächlich hatte sie Erfolg. Die Familie kam im August 1939, kurz vor dem Beginn des Krieges, nach. Die hier zu sehenden Filzblumen fertigte Ruth Meyer im Exil an, um sich durch deren Verkauf zusätzliches Geld zum Leben zu verdienen. Später konnte die Familie geschlossen aus den USA nach Großbritannien auswandern.
Trotz ihrer schlechten Erfahrungen hielt die Familie Meyer den Kontakt nach Krefeld. Das Mahnmal für die ermordeten Juden in Krefeld geht auf eine Initiative der Schwestern zurück. Nachfahren von Ruth und Ilse Meyer leben heute in den USA und halten weiter die Verbindung.



