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Die Stoffbahnen

In der Anfangszeit der Krefelder NS-Gedenkstätte existierte für Krefeld bereits eine Auflistung der Opfer der Shoah. Sie beruhte auf der alten städtischen Meldekartei und den Deportationslisten der Krefelder Opfer. Nach 1989 kamen neue Quellen hinzu und nationale Gedenkbücher ergänzten sich mit der online-Datenbank der Gedenkstätte Yad Vashem.

Mit diesen Daten konnte mit der Erstellung einer Namensliste begonnen werden, ein erster Schritt, der den Erkenntnisstand zu einem gegebenen Zeitpunkt, hier im Dezember 1997,  umschrieb.  Es waren 737 Personen – 302 Jungen und Männer, 435 Mädchen und Frauen. Inzwischen ist die uns vorliegende Liste auf über 900 Namen angewachsen, vermutlich ist sie noch immer nicht vollständig.

Die Liste von 1997 wurde die Basis für die Stoffbahnen mit Namen, die lange Jahre in den Räumen der Villa Merländer zu sehen waren, und eine Namenswand in der neuen Synagoge. Die Stoffbahnen in der Villa Merländer sind das Ergebnis eines längeren Projektes. In Zusammenarbeit mit Ingrid Krusat-Dahmen, Kunsterzieherin am damaligen Arndt-Gymnasium, entstand die Idee, die Namen der Opfer von Schüler:innen auf Seide sticken zu lassen. Das sollte daran erinnern, dass viele der Krefelder:innen in den 1930er und 1940er Jahren beruflich in der Textilindustrie verankert waren.

Die Namen wurden vorgeschrieben und mit dem Stickmaterial verteilt, viele an Haupt- und Realschulen, in denen damals noch Handarbeitsunterricht gegeben wurde, kombiniert mit einer inhaltlichen Einführung in die lokale NS-Geschichte Krefelds. Im Berufskolleg Vera Beckers wurden die entstandenen Tücher anschließend zusammengenäht. Sie machen einen einheitlichen Eindruck, aber bei genauer Betrachtung hat jeder Name Individualität erhalten. Das Material ist nicht für die Ewigkeit, sondern Stoff für die Lebenden zur Erinnerung. Die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Schulformen in der Stadt sollte sich als richtungsweisend für die zukünftige Arbeit der NS-Dokumentationsstelle zeigen – bis heute steht die Institution im konstanten Austausch mit den weiterführenden Schulen der Stadt und arbeitet bevorzugt mit den jungen Generationen.

Diese Themenbereiche finden Sie außerdem in der Dauerausstellung:

Ihre Ansprechpartner rund um die Dauerausstellung:

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Hanna Stucki

Workshops, Führungen, etc.

Sibylle Kühne-Franken

Vorsitzende