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Mehr als 80 Jahre nach Kriegsende steht die Erinnerungskultur in Deutschland unter Druck: Das Bewusstsein für die Bedeutung der Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen für die demokratische Selbstverständigung lässt bis in die Mitte der Gesellschaft nach, Geschichtsrevisionismus verbreitet sich vor allem im digitalen Raum rasant, Angriffe auf Gedenkstätten häufen sich, und die AfD, aus deren Reihen notorisch Holocaustverharmlosung betrieben wird, ist in Umfragen derzeit stärkste Partei in Deutschland. Wie kann die historisch-politische Bildung auf diese Herausforderung reagieren?
Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, Jg. 1966, ist seit 2020 Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und Professor für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit an der Universität Jena. Er studierte Geschichte und Romanistik in Göttingen und Santiago de Chile. Von 2001 bis 1014 leitete er die Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen und von 2024 bis 1020 die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Celle. Wagner ist Autor bzw. Kurator zahlreicher Publikationen und Ausstellungen zu den Themen Nationalsozialismus (insbesondere Konzentrationslager und Zwangsarbeit), Rechtsextremismus, Geschichtsrevisionismus und Erinnerungskulturen nach 1945.
