Wehrdienstverweigerung - Todesurteil früher, Fluchtgrund heute

Wann

23/09/2019    
19:00 - 22:00

Wo

Villa Merländer
Friedrich-Ebert-Straße 42, Krefeld, NRW, 47799

Veranstaltungstyp

Karte nicht verfügbar

Wehrdienstverweigerung – Todesurteil früher, Fluchtgrund heute

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationsbüro der Stadt Krefeld im Rahmen der Interkulturellen Woche 2019

Zum 80. Mal jährt sich im September die erste Hinrichtung eines Kriegsdienstverweigerers im nationalsozialistischen Deutschland: Es handelte sich um den Zeugen Jehovas August Dickmann aus Dinslaken, der aus christlicher Überzeugung den Waffendienst verweigerte. Seine Erschießung im KZ Sachsenhausen am 15. September 1939 war die erste von Hunderten von Hinrichtungen – die internationale Presse wie etwa die „New York Times“ berichtete damals. Auch der Krefelder Karl Henning wurde von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager ermordet, er gehörte ebenfalls dieser Glaubensgemeinschaft an.

Der Abend erinnert an solche Schicksale: Der Kölner Historiker Dr. Hans Hesse hält ein Referat zu dem Thema, zusätzlich werden in der NS-Dokumentationsstelle sieben Tafeln mit Haft- und Abschiedsbriefen junger Wehrdienstverweigerer ausgestellt, die wenige Stunden vor ihrer Exekution an ihre Familie schrieben.

Einige der bewegenden Zeitzeugnisse werden vor Ort vorgelesen. Bereichert wird der Abend durch bislang unveröffentlichte Dokumente von Aurel Billstein über die Verfolgung der Zeugen Jehovas in Krefeld. Die Veranstaltung schlägt zudem den Bogen zu Menschen, die gegenwärtig wegen ihrer pazifistischen Haltung oder aufgrund ihrer Religion aus Syrien oder anderen heimatlichen Kriegsgebieten fliehen müssen. Veranstalter: Kommunales Integrationszentrum in Kooperation mit der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer

Ort: Villa Merländer, Friedrich-Ebert-Straße 42, 47799 Krefeld
Eintritt: frei, das Haus freut sich über Spenden. Anmeldung erforderlich unter ns-doku@krefeld.de