Ein Mann und eine frau (von links nach rechts) stehen im Freien vor zwei Säulen, im Hintergrund ist Gras und ein Haus zu sehen. Sie lächeln beide in die Kamera
Thorsten Hansen übernimmt den Vorsitz von Sibylle Kühne-Franken.

Neuer Vorstand des Villa Merländer e.V.

Drei Amtszeiten lang hat Sibylle Kühne-Franken mit unerschöpflichem Elan unseren Förderverein geleitet. Als Vorsitzende hat sie den Verein durch Corona gelotst, einen Ratsbeschluss zur reibungsloseren Verlegung von Stolpersteinen durchgesetzt, das Fundraising für die neue Ausstellung mit einem Ergebnis von über 50.000€ realisiert und zahllose große und kleine Projekte umgesetzt. Nun tritt sie altersbedingt zurück (und bleibt uns aber zum Glück als Mitglied und Ehrenamtliche erhalten), ihre Nachfolge tritt Thorsten Hansen an. Dieser wurde einstimmig zum Vorsitzenden gewählt.
 
„Ich durfte in den letzten Monaten bereits im Vorstand hospitieren und habe hier eine hohe Kompetenz erlebt. Jedes Vorstandsmitglied hat seine feste Rolle, die mit Aufgaben verknüpft ist. Es ist ein Vorstand, der hart arbeitet“, sagte Thorsten Hansen im Rahmen seiner Bewerbung. „Ich freue mich darauf, mit diesem Vorstand gemeinsam Erinnerungskultur in eine neue Zukunft zu führen.“
 
Thorsten Hansen ist 59 Jahre alt, verheiratet und lebt seit mehr als 30 Jahren in Krefeld. Als Diplom-Betriebswirt arbeitete er 34 Jahre bei IBM im Vertrieb und im Management. In Krefeld engagiert er sich seit langer Zeit ehrenamtlich: Unter anderem bei den Grünen, für die er von 2014 bis 2025 im Rat saß, als Bezirksvorsteher oder als Vorsitzender des Fördervereins Krefelder Umweltzentrum und der Krefelder Familienhilfe.
 
In der Vorstandsspitze wird er von Dr. Claudia Flümann unterstützt, die erneut zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. Auch Martin Ott als Kassierer wurde wiedergewählt. Heike Otto-Lauscher übernimmt als Beisitzerin weiterhin die Betreuung der Putzpatenschaften der Stolpersteine, hat ihr Amt als Schriftführerin aber an Klaus Derks abgegeben, der neu in den Vorstand gekommen ist. Ebenfalls als Beisitzer wiedergewählt wurden Ann-Katrin Roscheck, Bernhard Mildebrath, Detlev Stein und Josef Amshoff. Mit Markus Kossack als Beisitzer ist der Vorstand weiter verstärkt worden. Vorstandswahlen finden auf Basis der Vereinssatzung alle zwei Jahre statt.
 
Veränderungen gibt es auch im Kuratorium der NS-Dokumentationsstelle. Bislang wurde dieses von Dr. Thomas Grünewald, inzwischen ehemaliger Präsident der Hochschule Niederrhein, sowie von Professorin Dr. Donja Amirpur angeführt. Durch den Wechsel auf Hochschulseite wird es eine neue Leitung geben – Präsidentin Susanna Meyer hat die Übernahme des Vorsitzes bereits zugesichert. Grundsätzlich plant das Kuratorium sich neuaufzustellen – innerhalb des großen Kreises soll eine Art Arbeitsgruppe entstehen, die durch Öffentlichkeitsarbeit die NS-Dokumentationsstelle unterstützt.
 
Der "neue-alte" Vorstand 2026 - von hinten nach vorne, von links nach rechts: Sandra Franz, Ann-Katrin Roscheck, Bernd Mildebrath, Martin Ott; vordere Reihe: Josef Armshoff, Claudia Flümann, Klaus Derks, Thorsten Hansen, Heike Otto-Lauscher, Detlev Stein, Markus Kossack
Im Rahmen der Mitgliederversammlung berichtete der Vorstand außerdem, noch unter Leitung von Sibylle Kühne-Franken, über das vergangene Vereinsjahr. Mit der Eröffnung der neuen Dauerausstellung in der NS-Dokumentationsstelle konnte ein großer Meilenstein erreicht werden. Der Verein schaffte es unter anderem, mehr als 50.000 Euro private Spenden für die Ausstellung zu akquirieren. „Hier gehört unser Dank auch Ihnen als Mitglieder, die uns so zahlreich mit Spenden, aber auch mit Aktionen und Veranstaltungen unterstützt haben“, betonte Kühne-Franken. Als weiteres Highlight nannte sie die Verleihung des „Preises für bürgerliche Civilcourage“. Im Januar zeichnete die FDP den Verein für besonderes Engagement aus. Auch auf das Sommerfest in der Villa Merländer wurde zurückgeblickt. Der Einladung zur Feier zum 100-jährigen Bestehen des Hauses folgten im vergangenen September rund 350 Menschen. „Ich habe das Gefühl, dass es der richtige Zeitpunkt ist, um meinen Vorsitz abzugeben“, schloss Sibylle Kühne-Franken ihre Berichte ab. „Mit der Eröffnung der neuen Dauerausstellung beginnt nun auch ein neuer Abschnitt der Arbeit des Vereins“.
 
Mit bewegenden Kurzreden bedankten sich anschließend auch Sandra Franz als Leiterin der NS-Dokumentationsstelle sowie die Vorstandskolleginnen Claudia Flümann und Heike Otto-Lauscher bei der scheidenden Vorsitzenden. In ihrer Amtszeit konnte Sibylle Kühne-Franken die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeitenden verdoppeln, über 70 neue Vereinsmitglieder gewinnen und das Stolperstein-Projekt stark nach vorne bringen. Im Jahr 2023 wurde unter ihrer Vorstandsleitung der wichtige Ratsentscheid getroffen, dass einzelne Stolpersteinstandorte in Krefeld zukünftig ohne die Zustimmung der Hauseigentümer im öffentlichen Bürgersteig verlegt werden dürfen. Inzwischen erinnern 266 Stolpersteine an Opfer der Nationalsozialismus in Krefeld. 

Das gibt es sonst noch Neues in der Villa Merländer: