Neue Dauerausstellung eröffnet
Die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld hat eine neue Dauerausstellung in der Villa Merländer eingerichtet. „Bislang war die Villa Merländer als Gebäude ‚nur‘ die Heimat unserer NS-Dokumentationsstelle. Jetzt, im Rahmen der neuen Ausstellung, ist sie die Protagonistin“, betonte Oberbürgermeister Frank Meyer bei der Eröffnung. Der Krefelder Seidenhändler Richard Meländer ließ das Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße 42 in den 1920er-Jahren für sich als Wohnhaus bauen. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde er letztlich im Juli 1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet. Die thematische Gliederung der Ausstellung orientiert sich auch an seiner Biografie. Im Mittelpunkt der gestalterischen Umsetzung stehen dabei mehrere Monitore, die in allen Bereichen bewusst zurückhaltend integriert wurden. Sie präsentieren eine Vielzahl an Themen, historische Dokumente sowie Interviews. Gleichzeitig bildet die digitale Technik das flexible Element der Ausstellung, um diese mit weiteren Inhalten oder neuen Forschungsergebnissen jederzeit erweitern und aktualisieren zu können. „Mit der Eröffnung der neuen Dauerausstellung bringen wir die Gedenkstättenarbeit auf ein neues Level“, betonte Frank Meyer.
Die Realisierung der neuen Dauerausstellung begann mit ersten Planungen und Überlegungen im Frühjahr 2023. Es folgte die konkrete Konzeptionierung, die Renovierung der Räume und deren technische Ertüchtigung. Dabei wurde besonders auf ein authentisches Erscheinungsbild der 1920er- und 1930er-Jahre und eine detailgetreue Gestaltung der Räume geachtet: Lichtschalter und Deckenleuchten, Türbeschläge sowie damals beliebte Wandfarben wurden eingebaut beziehungsweise verwendet. In diesem zeitgenössischen Rahmen integrieren sich die digitalen Präsentationsformate, Exponate und Fotografien sowie Texttafeln.
Große Unterstützung aus der Bürgerschaft und von Förderern
„Die neue Dauerausstellung ist nicht einfach nur eine klassische Exponaten-Sammlung. Sie ist eine Ausstellung, die getragen wird durch die Unterstützung unserer Stadtgesellschaft. Durch die Spenden und das Engagement einer ganzen Stadt“, so Frank Meyer. Mehr als 50.000 Euro kamen so zusammen. Zudem hat der Verein „Villa Merländer“ unter der Leitung von Sibylle Kühne-Franken und das Team der NS-Dokumentationsstelle mit deren Leiterin Sandra Franz maßgeblich bei der finanziellen Unterstützung und praktischen Umsetzung beigetragen. Einen besonderen Dank richtete der Oberbürgermeister an die NRW-Stiftung, die Finkelstein-Stiftung und die Sparkassen-Kulturstiftung. „Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Ihren Glauben an diese Vision. Ohne Ihre großzügigen Summen wäre die neue Dauerausstellung nicht möglich gewesen“, sagte Frank Meyer.
Forschung und Erinnerung
„Es ist für uns eine besondere Förderung“, betonte Dr. Karl-Heinz Erdmann von der NRW-Stiftung. Die Villa Merländer sei ein Ort, der bewegt, und bewegte Geschichte präsentiere. „Und an diesem Ort wird gute Arbeit geleistet“, so Erdmann. Die NRW-Stiftung engagiert sich deswegen mit 130.000 Euro an diesem Projekt der Erinnerungskultur. „Vergangenheit kann uns erschüttern und zugleich stärken, vorausgesetzt, wir setzen uns mit ihr auseinander“, so Silvia Pfaar von der Sparkassen Kulturstiftung Krefeld, die insgesamt mit 32.250 Euro als Förderung zur Verfügung gestellt hat. „Die Finkelstein Stiftung fördert in der Villa Merländer bewusst einen Raum zur Geschichte der Zwangsarbeit, weil sich hier unsere lokale historische Verantwortung unmittelbar kreuzt“, sagt Carolin Siebert für die Hans und Berthold Finkelstein Stiftung gGmbH. Es brauche Orte wie diesen, die Forschung, Vermittlung und Erinnerung zusammenführen.
Die neue Dauerausstellung in der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld ist bis zu den Sommerferien montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr, donnerstags von 10 bis 17.30 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
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„Jugendaustausch im Rahmen der Villes Mémoires/Erinnerungsstädte: Die Operation Dynamo und ihre Bedeutung für das Europa von heute“
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