
"Positionierte Orte" - Beitrag in der Reihe Montagsvorträge durch Sabine Reimann zu rechtsextremen Angriffen auf die NS-Erinnerungskultur
Zum Abschluss der Montagsvorträge der Krefelder NS-Dokumentationsstelle im ersten Halbjahr 2026 präsentierte Sabine Reimann[1] am 13. Juli 2026 in der Alten Kirche[2] zu Krefeld „Befunde, Diskurse und Gegenwehr“ zum Thema der „NS-Gedenkstätten als Angriffsziel der extremen Rechten“.
Sie sprach vor knapp dreißig Teilnehmenden in ihrem sachlichen, faktenreichen und mit vielen Beispielen untersetzten Vortrag darüber, wie NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorte heute zunehmend mit neuen Herausforderungen konfrontiert sind. Mitarbeitende dieser Einrichtungen erleben verstärkt:
- Angriffe und Provokationen durch rechtsextreme Akteure,
- Geschichtsrevisionismus und Relativierungen der NS-Verbrechen,
- antisemitische und rassistische Anfeindungen, und
- erinnerungspolitische Angriffe durch extrem rechte Parteien und Gruppen.
In ihrem Vortrag bezog sich Frau Reimann neben öffentlich zugänglichen Informationen dafür vor allem auf die von ihr in 2025 mitverfasste Publikation „Positionierte Orte. Impulse zur Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorten“.[3]
Darin wie auch im Vortrag betont sie vor allem, dass Rechtsextremismus und Geschichtsrevisionismus reale Herausforderungen für die tägliche Erinnerungsarbeit dar stellen. Gedenkstätten sind zunehmend Ziel politischer und ideologischer, teilweise sogar tätlicher Angriffe. Dabei lassen sich nach ihren Worten Politische Bildung und Erinnerungsarbeit lassen nicht trennen. Die Auseinandersetzung mit historischen NS-Verbrechen erfordert zugleich die Beschäftigung mit aktuellen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
Auf die Frage aus dem Publikum, ob man das verstehen müsse oder einfach nur bekämpfen sollte, antwortete sie deutlich differenzierter:
Der Umgang mit dem in Teilen der Bundesrepublik inzwischen weit verbreitetem Rechtsextremismus und Geschichtsrevisionismus erfordert eine klare demokratische Positionierung aller am Diskurs Beteiligten. Angriffe und diskriminierende Vorfälle müssen dokumentiert und sichtbar gemacht werden. Eine Haltung der bloßen Neutralität sieht Frau Reimann kritisch und betont deshalb die große Bedeutung der aktiven Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Bildungs- und Vermittlungsangeboten. Dabei können historische Themen mit aktuellen Formen von Antisemitismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit verknüpft und die jeweils aktuellen politischen Entwicklungen auch in den Bildungsangeboten diskutiert werden.
Dem Vortrag von Sabine Reimann folgte eine vielseitige Diskussion des Publikums mit der Referentin. Dabei wurden Fragen gestellt, aber auch eigene Positionen und Erlebnisse präsentiert.
[1] Magister Neuere und Neueste Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf); Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Hochschule Düsseldorf und FORENA / Erinnerungsort Alter Schlachthof. Arbeitsschwerpunkte: Extreme Rechte (Forschung, Prävention, Intervention), historisch-politische Bildung, Erinnerungsarbeit
[2] Siehe https://citykirche-krefeld.de/wir/orte/alte-kirche/
[3] Download der Publikation hier: https://downloads.museenkoeln.de/nsd2/2025%20Positionierte%20Orte.pdf
Das gibt es sonst noch Neues in der Villa Merländer:

Besuch von Regierungspräsident Thomas Schürmann in der Villa Merländer

Sabine Reimann bei den Montagsvorträgen

Besuch der Finkelstein Stiftung in der NS-Dokumentationsstelle

André Defontaine verstorben

Hausgeschichte der Villa Merländer

Vorstandswahlen im Verein

„Schichten der Erinnerung“

Gedenken an Hanau mit Krefelder Beitrag

App-Empfehlung: Gegenrede

Neue Dauerausstellung eröffnet

Fahnenflucht und Endphasenverbrechen

Bildergalerie: Stolperstein-Putzen zum 8. Mai

„Zeichen gegen Rechts“ zu sehen in Kirche Herz Jesu

Stolpersteine reinigen zum 8. Mai

Yom Hashoah in Krefeld 2026

Die unermüdliche Arbeit der Putzpatenschaften

Es werde Licht!

Solidaritätserklärung mit Jens-Christian Wagner und der Gedenkstätte Buchenwald

Yom HaShoah 2026

Ron Gompertz in Krefeld

Fotoshooting: Gesichter gegen Rechts in Krefeld

Holocaust-Gedenktag 2026

Ausstellungsbesuch „Niemals allein“

Rüdiger Borstel verstorben

Wanderausstellung Zeichen gegen Rechts

Nachruf auf Willie Claessen

Preis für bürgerschaftliche Civilcourage 2026

Die Krefelder Familie Thorbecke und ihre Freundschaft zur Holocaust Überlebenden Inge Maerowitz

Stolpersteinverlegung für Luise B.

Stolpersteinrundgang zur Verfolgung der Krefelder Zeugen Jehovas

Holocaust-Überlebende zu Besuch in der Deutschen Botschaft in London

Weihnachtsspendenaktion des Land- und Amtsgerichts Krefeld

NS-Dok im Finkelstein.-Magazin

Fachtagung setzt starkes Zeichen gegen Antiziganismus und für politische Teilhabe von Sinti und Roma

Wiedereröffnung der Ehrenhalle in Linn

Stolpersteinverlegung für Luise B.

Viele Besucher beim Sommerfest 2025

Kino in der Villa 2025

Spende durch Bayer Mitarbeitende

Kulturrucksack 2025 – Spurensuche Heinrich Campendonk

Aufführung „Kein Wort von uns“

Update neue Dauerausstellung: Themenbereich „Zwangsarbeit“

Großes Fest: 100 Jahre Vila Merländer

Stolpersteine für Familie Gimnicher Strauss

Renovierung und Bauarbeiten an der neuen Dauerausstellung gestartet!

Lore Lucas verstorben

„Jugendaustausch im Rahmen der Villes Mémoires/Erinnerungsstädte: Die Operation Dynamo und ihre Bedeutung für das Europa von heute“

Theaterstück „Das kunstseidene Mädchen“ in Kooperation mit der NS-Dokumentationsstelle

Agnès Humbert, Résistance. Erinnerungen an den Widerstand 1940 – 1945

Jüdische Kulturtage Rhein-Ruhr 2025

Werkstattgespräch zum neuen Ausstellungsschwerpunkt

Teilnahme an einer Studienreise nach Polen

Begegnungsreise Ruanda

Gestohlene Stolpersteine Grenzstrasse ersetzt

Hierarchie und Körper – Werkstattgespräch zum neuen Forschungsschwerpunkt Verfolgung nach §175

Stolperstein-Putzen zum Gedenken ans Kriegsende

Veranstaltungsreihe zum 80. Jahrestag des Kriegendes

Workshop in den Herbstferien: Auf den Spuren von Campendonk

Yom HaShoah 2025

