Hausgeschichte der Villa Merländer
Text von Giuseppe La Ferlita, März 2026
Nachdem Richard Merländer 1941 gezwungen war, die Villa zu verkaufen, folgte eine lange Geschichte von Eigentümerwechseln. In dieser Zeit wandelte auch der Name des Hauses sich mehrfach – Villa Merländer, Villa Miramare, Pension Haus Bernau und endlich ab 1992 wieder Villa Merländer). Letztendlich wurde das Gebäude 1967 durch eine Bank zwangsversteigert.
Die aus Ostpreußen stammende Elma Stockmann hatte bereits in Berlin, München und Frankfurt kleinere Hotels betrieben. Auf der Suche nach Ihrer verlorenen Heimat hörte sie von der Zwangsversteigerung des Gebäudes an der Friedrich-Ebert-Straße in Krefeld und entschloss sich, mitzubieten. Sie war erfolgreich und wurde Besitzerin des Hauses. Sie reiste nach Krefeld, um sich ein Bild über die neu erworbene Immobilie zu machen, dass damals noch Hotel Haus Bernau hieß.
Durch harte Arbeit gelang es ihr in nur etwa anderthalb Jahren dem Haus seinen ursprünglich ausgezeichneten Ruf zurückgegeben. Leider, nach nur sehr kurzer Zeit, wurde sie schwer krank und musste längere Zeit im Krankenhaus „Maria Hilf“ verbringen. Rund 4 Monate verblieb die Besitzerin Elma Stockmann im Krankenhaus, bevor sie 1968 verstarb und in Krefelder Hauptfriedhof begraben wurde.
Anfang 1970 reiste die bereits in Italien lebende Tochter Gerda La Ferlita mit ihrer Fünfzehn Jahre alten Tochter Maria Gabriella La Ferlita an und fand schwierige Verhältnisse in der Pension „Hotel Haus Bernau“ vor, als welches das Gebäude zu dem Zeitpunkt durch die Mietenden betrieben wurde. Kurzerhand kündigte sie dem Mieter und betrieb die Pension im Namen ihrer Mutter weiter. In dieser Zeit wurden einige Erneuerungen getätigt.
Nachdem Tochter Gerda wieder nach Sizilien zu ihrer Familie zurückkehrte, stellte der damalige Krefelder Bürgermeister noch im gleichen Jahr die Anfrage an die Betreiberin, die Villa der evangelischen Kirche als Wohnheim für Krankenschwestern zur Verfügung zu stellen. Im Anschluss, einige Jahre später, wurde das Haus ein Übergangswohnhaus für deutsche Spätaussiedelnde. Auch entlassene Häftlinge, die aufgrund von Arbeitslosigkeit keinen Unterhalt für ihre Familien zahlen konnten, fanden hier einen Platz zum Wohnen und Arbeiten, bis sie eine feste Anstellung gefunden hatten. Im Keller wurde eine kleine Werkstatt zum Möbelbau eingerichtet, die sie verkaufen konnten. Rund 10 Jahre wurde diese Herberge durch die evangelische Kirche betrieben, bis ein Feuer im Keller ausbrach und die Werkstatt zerstörte. Aufgrund weiterer Schäden am Haus entschied Gerda La Ferlita sich, auch diesen Vertrag zu kündigen und vermietete das Haus ab 1979 an die Stadt. Sie betreute die Villa weiterhin.
Durch ihr voranschreitendes Alter wurde die Betreuung des Hauses jedoch immer beschwerlicher, weshalb ihr Sohn Giuseppe La Ferlita , Arzt, Onkologe, ab 2010 diese Aufgabe übernahm und bis heute übernimmt. Im Dezember 2017 verstarb Gerda und die Villa Merländer ging in den vollständigen Besitz von Giuseppe über.
Seit seiner Kindheit verbrachte die Familie La Ferlita, Gerda, Ihr Ehemann Rosario, und ihre Kinder Pina, Gabi und Seppi (Giuseppe), jeden Sommer in Krefeld.
Noch heute kommt Giuseppe jedes Jahr in der Villa mit seine Frau Anna Maria (Kinderärztin) und ihre Kinder Luisa, Barbara und Rosario mindestens einmal im Jahr nach Krefeld. Noch immer ist das Haus ein Teil des Zuhauses für die Familie vielleicht denn Sizilien und Ostpreußen Beide Landbevölkerungen waren mit derselben Verbundenheit zu ihren Wurzeln.
Seine schönsten Erinnerungen beschreibt er so:
„Ich spielte gerne mit meine Geschwister Federball in Garten und da war dieser riesige Pflaumenbaum hinten rechts am Ende des Gartens. Im Alter von ungefähr 15 bis 17 Jahren kletterte ich im Sommer in diesen Baum und verbrachte viel Zeit dort, natürlich mit Pflaumen essen. Auf der gegenüberliegenden Seite unseres Gartens stand eine prachtvolle Villa mit einem großen schönen Garten, und einen kleinen Teich, die einer alten Dame gehörte, mit der wir uns sehr gut verstanden. Als die Dame starb, verkauften die Erben die Villa und es wurde das Mehrfamilienhaus gebaut, was heute noch steht. Um die Tiefgarage darunter zu erstellen, wurde der Pflaumenbaum leider beseitigt. Aber dieser Baum, der war eine der schönsten Erinnerungen an meine Zeit in der Villa Merländer:“
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