André Defontaine, der ursprüngliche "León", ist verstorben
Mitten in der Pandemie, im Sommer 2021, lernte Krefeld León kennen – den Protagonisten des „Carnet de León“, einem Arbeitsbuch zum Thema Zweiter Weltkrieg und deutsche Besatzung, geschildert aus der Sicht eines kleinen Jungen.
Das Buch entstand in Krefelds Partnerstadt Dünkirchen. Die Geschichte basierte auf den Erinnerungen von André Defontaine, der als kleiner Junge die Jahre 1940-1945 in Dünkirchen erlebte. Schnell war in Krefeld klar, dass wir die Idee aufgreifen und eine vergleichbare Geschichte schaffen wollten – die Geburtsstunde unserer „Emma“.
Ein Jahr später erschien, herausgegeben vom Villa Merländer e.V., dem Förderverein der NS-Dokumentationsstelle, „Emma und der Krieg“. Seitdem haben die beiden Hauptfiguren gemeinsam in beiden Städten und darüber hinaus zahllose Kinder mit ihren Geschichten erreicht und ein wenig zur deutsch-französischen Freundschaft beigetragen. Mit einem Augenzwinkern sprachen der frühere Bürgermeister von Dünkirchen, Jean Bodart, und Oberbürgermeister Frank Meyer aus Krefeld sogar schon von einer Ehe zwischen Emma und León.
Am vergangenen Wochenende erreichte uns die traurige Nachricht, dass André Defontaine im hohen Alter von 97 Jahren verstorben ist. Der freundliche Mann mit dem jungenhaften Auftreten, der bis zu seinem Lebensende aktiv an der Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg mitgearbeitet hat, wird uns auch hier am Niederrhein sehr fehlen. Au revoir León, die Zeichnung Deines literarischen Ichs wird weiterhin in unseren Büroräumen an Dich erinnern!
Deine vielen Freunde aus Krefeld
PS: Emma und León finden Sie hier: https://villamerlaender.de/emma/
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