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Am 19. November 2025 fand in Oberhausen eine landesweit bedeutende Fachtagung unter dem Titel „Gemeinsam gestalten – Politische Teilhabe und die Bekämpfung von Antiziganismus in der Schule als Weg zu einer inklusiven Gesellschaft“ statt. Über 60 Teilnehmende aus Politik, Wissenschaft, Kommunen und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um politische und strukturelle Maßnahmen zur Bekämpfung von Antiziganismus sowie zur Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe von Sinti und Roma zu entwickeln. Veranstalterinnen und Veranstalter waren das Roma Integration Zentrum e.V., das Landesnetzwerk der Sinti und Roma gegen Antiziganismus in NRW, der Bundesjugendverband Amaro Drom e.V. Berlin, DINA NRW und MIA-Bund e.V. Berlin.

Eröffnet wurde die Tagung durch Grußworte von Elvira Ajvazi (RIZ e.V.), Enoh Ibishi (Landesnetzwerk der Sinti und Roma gegen Antiziganismus NRW), dem Bundesbeauftragten gegen Antiziganismus Michael Brand (per Video), Integrationsministerin Josefine Paul, Frank Müller MdL (SPD), Jürgen Schmidt (Stadt Oberhausen) und Olaf Lenz (Engagement Global).
Auf dem Podium diskutierten Ministerin Josefine Paul, Gönül Eğlence MdL, Frank Müller MdL, Sandra Franz (NS-Dokumentationsstätte Villa Merländer), Mustafa Jakupov (MIA Berlin) und Ismeta Stojkovic (DINA NRW). Die Moderation übernahm Merfin Demir.

Ministerin Josefine Paul unterstrich die Bedeutung politischer und institutioneller Verantwortung. Sie erklärte, dass Antiziganismus eine Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sei, die sich tief in staatlichen und gesellschaftlichen Strukturen verankert habe. Sie betonte, dass die Teilhabe von Sinti und Roma noch weiter gestärkt und Vorurteile in der Gesellschaft abgebaut werden müssen. Eine inklusive Gesellschaft entstehe nur dort, wo Politik und Verwaltung verbindliche Maßnahmen gegen Diskriminierung ergreifen und den betroffenen Communities echte Mitgestaltung ermöglichen.
Ein besonderer Dank gilt dem Beauftragten der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, Herrn Michael Brand. Seine Videobotschaft war ein bedeutender Beitrag zur Fachtagung. Seine klaren Worte zu den gesellschaftlichen Realitäten und dem politischen Handlungsbedarf zeigten deutlich, dass Antiziganismus eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung ist, die konsequentes politisches Handeln erfordert. Die Videobotschaft kann online vollständig angesehen werden.
Ein weiterer zentraler Bestandteil der Fachtagung war die Vorstellung der aktuellen Studie des MIA-Bund e.V., die strukturellen Antiziganismus im Bildungsbereich auf Bundesebene untersucht. Die Studie zeigt, dass Kinder und Jugendliche aus Sinti- und Roma-Familien bundesweit Diskriminierungen und institutionellen Barrieren ausgesetzt sind. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass wirksame Veränderungen nur durch bundesweit koordinierte Maßnahmen möglich sind.

Im Rahmen der Fachtagung stellte Frau Ismeta Stojkovic, Projektleiterin der DINA NRW, die zentrale Mission der Meldestelle zu Antiziganismus vor: Diskriminierung sichtbar zu machen, Betroffene niedrigschwellig zu unterstützen und gesellschaftliche Verantwortung deutlich zu stärken. Sie betonte, wie wichtig es ist, dass Menschen Diskriminierung sicher und ohne Angst melden können, und rief die Teilnehmenden dazu auf, als Verbündete aktiv Fälle zu melden und andere dazu zu ermutigen.
Enoh Ibishi, Vorsitzender des Landesnetzwerks der Sinti und Roma gegen Antiziganismus NRW, betonte während der Tagung, dass Antiziganismus nicht von allein verschwinde und dass politische Verantwortung jetzt eingefordert sei. Er machte deutlich, dass Kinder und Familien das Recht auf Schulen und Verwaltungen haben, die Stärken statt ausgrenzen, und dass die Fachtagung zeige, wie sehr der Wille zu strukturellen Veränderungen gewachsen sei. Entscheidend sei nun, konkrete Schritte einzuleiten.
In den Workshops traten zentrale Herausforderungen im Bildungsbereich deutlich hervor: – Antiziganismus an Schulen ist weiterhin präsent – Lehrkräfte benötigen verpflichtende Fortbildungen – Kultur, Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma müssen in Lehrplänen verankert sein – Politik und Kommunen müssen nachhaltige Strukturen schaffen.


















2025 muss die Villa Merländer wegen Umbauarbeiten für einige Monate schließen. Ab sofort ist das Haus für den Besuchsverkehr nicht zugänglich. Über den Termin der Neueröffnung informieren wir zeitnah. Mehr Infos zur neuen Ausstellung gibt es hier.